Simone Studie Wirtschaft und Fluechtlinge

Bevölkerung sieht starke Rolle der Wirtschaft für Flüchtlinge

13.01.2016

Bevölkerung sieht starke Rolle der Wirtschaft für Flüchtlinge

Repräsentative Studie: Mindestlohn und gemeinnützige Aufgaben für Flüchtlinge, Mehrheit stimmt für Erweiterung des Aufenthaltsrechts bei Auszubildenden

Bonn, 16. Oktober 2015. Eine repräsentative, bundesweite Studie zur Frage, wie sich die deutsche Wirtschaft für Flüchtlinge engagieren soll, hat ergeben, dass sich die Deutschen eine stärkere Unterstützung der Flüchtlinge durch Unternehmen wünschen. Die Mehrheit spricht sich für Sprach- und Deutschlandkurse durch die Unternehmen aus. Geld- und Sachspenden werden eher abgelehnt. Aber auch Maßnahmen wie die Anpassung des Aufenthaltsrechts oder Steuererleichterung für engagierte Unternehmen werden ausdrücklich begrüßt. Befragt wurden bundesweit ca. 2.000 Menschen. Die Studie wurde von Bonne Nouvelle bei Insa, Institut für Markt- und Sozialforschung in Erfurt, in Auftrag gegeben.

Die Studie zeigt, dass aus Sicht der Bevölkerung gute Voraussetzungen und rechtliche Strukturen essentiell sind, damit Unternehmen investieren und sich sozial engagieren. Für eine Anpassung des Aufenthaltsrechts, die ermöglicht, dass Flüchtlinge auch nach ihrer dreijährigen Ausbildung dem Unternehmen zwei Jahre als Fachkraft zur Verfügung stehen, sprechen sich 65 Prozent aus.

Bei den Argumenten dafür, warum Unternehmen sich für Flüchtlinge engagieren sollten, zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Hälfte der 55-Jährigen nennt den Zugang zu Auszubildenden und Nachwuchskräften sowie die Sicherung von Arbeitskräften (48 Prozent) als Hauptgründe. 50 Prozent der 18 bis 24-Jährigen halten hingegen ein besseres Image für die Motivation der Unternehmen.

Zudem spricht sich die Mehrheit der Befragten (64 Prozent) dafür aus, Flüchtlinge für gemeinnützigen Arbeitsdienst wie Straßen kehren oder Sozialdienste einzubinden, jedoch waren 54 Prozent gegen eine Bezahlung unter dem Mindestlohn. Den Mindestlohn für alle wollen hingegen 86 Prozent.

Simone Stein-Lücke, Geschäftsführerin Bonne Nouvelle: „Unsere Studie hat gezeigt, dass die Bevölkerung Unterstützung für Flüchtlinge nicht nur als politische Pflicht auffasst, sondern auch Engagement von Unternehmen erwartet. Für die Wirtschaft bieten sich hier viele Möglichkeiten sich einzubringen und von ihrem Engagement durch die Gewinnung und Bindung von Arbeitskräften dauerhaft zu profitieren. Um keine Zeit zu verlieren sollten erste Maßnahmen der CSR, also sozial verantwortungsvolle Aktivitäten, die niederschwellige Integration ermöglichen, in die Wege geleitet werden. Für mich ist es außerdem wesentlich in den Unternehmen ein nicht-fremdenfeindliches Arbeitsklima zu schaffen – sonst scheitern die besten Aktionen.“

Pressemitteilung

Studie zum Download

Ein Videostatement von Simone Stein-Lücke, Geschäftsführerin Bonne Nouvelle finden Sie hier